Ich bin kein Rebell

„Meinst du, Russland greift jetzt noch weiter um sich?“, wurde ich auf Arbeit gefragt.
„Ach, komm, das ist mir doch egal.“
„Wir kann dir das denn egal sein?“
„Was weiß ich, was in Russland passiert. Oder im Kongo. Was hat das mit meinem Leben zu tun?“
„Warum bist du denn jetzt so negativ?“
Hatten die Interessen Russlands ihnen vorher in der Ritze gejuckt? Würden sie sich in drei Monaten noch Sorgen um die Interessen Russlands machen, wenn davon nichts mehr in den Zeitungen stünde? Warum nahmen sie die Nachrichten ernst? Wenn in einem Atemzug von Syriens Kollaps, dem Ende der Ukraine und Michael Schumachers Komazustand berichtet wurde? Wen interessierte Michael Schumachers Komazustand? War er genauso wichtig wie die Lage der Welt? Und welche Bedeutung hatte dann die Lage der Welt? Für mich? Für mein Leben?
Ich bin kein Rebell. Ich stelle mich nicht in Opposition. Ich habe überhaupt nicht die ZEIT, mich mit deren piefigen Kram zu befassen. Ich bin am Abschnappen, weil ich TAG FÜR TAG ARBEITEN MUSS. Verdammt nochmal, und ich geh sogar gern arbeiten. Aber ich will es nicht ständig tun. Ich will es nicht tun, nur weil ich es muss. Und weil alle es tun. Was kann ich denn dafür, wenn die Menschen es vorziehen, ihr Leben wie einen Scheißhaufen zu gestalten? Wenn sie vierzig Stunden die Woche leiden möchten, um abends in ihre stinkigen Plattenbauten zu kriechen und im Fernsehen den Liveticker zu Michael Schumachers Komazustand zu verfolgen? WER ZUM TEUFEL IST DAS ÜBERHAUPT?

Fortsetzung folgt heute Abend. Bei den Surfpoeten, Mauersegler, 21.00 Uhr

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