CLINT LUKAS liest BUKOWSKI

Die Charles-Bukowski-Gesellschaft wird 20 Jahre alt. Sympathisanten aus aller Welt trudeln deshalb am 12. August in Berlin  zum Bukowski-Symposium ein.
Clint wird sich dabei erstmal zurück halten und die ein oder andere nostalgische Träne in seiner Kittelschürze verdrücken.
Bis er am Samstag demütig ins Rampenlicht tritt, um seine liebsten Gedichte und Stories von Hank vorzutragen.

13. August 2016, 20.00 Uhr, Lettrétage, Kreuzberg

Homepage Bukowski-Gesellschaft mit vollständigem Programm

Niederknien vor Koks und Nutten

Clint Lukas ist Schriftsteller und liest seit einigen Jahren jeden Mittwoch bei den Surfpoeten seine Geschichten vor. Schon viel länger schlägt sein Herz jedoch fürs Filmemachen.

NIEDERKNIEN VOR KOKS UND NUTTEN soll ein Abend werden, der sich diesem Drang widmet.

Clint Lukas liest und erzählt von chaotischen Filmdrehs, spleenigen Schauspielern, mondänen Premieren. Er zeigt seinen bislang unveröffentlichten Kurzfilm HEINZ und wendet sich dann dem Meilenstein seiner Karriere zu: KOKS UND NUTTEN, ein Film, für den Clint über Leichen gehen musste – nicht zuletzt seine eigene.

Ich bin kein Rebell

„Meinst du, Russland greift jetzt noch weiter um sich?“, wurde ich auf Arbeit gefragt.
„Ach, komm, das ist mir doch egal.“
„Wir kann dir das denn egal sein?“
„Was weiß ich, was in Russland passiert. Oder im Kongo. Was hat das mit meinem Leben zu tun?“
„Warum bist du denn jetzt so negativ?“
Hatten die Interessen Russlands ihnen vorher in der Ritze gejuckt? Würden sie sich in drei Monaten noch Sorgen um die Interessen Russlands machen, wenn davon nichts mehr in den Zeitungen stünde? Warum nahmen sie die Nachrichten ernst? Wenn in einem Atemzug von Syriens Kollaps, dem Ende der Ukraine und Michael Schumachers Komazustand berichtet wurde? Wen interessierte Michael Schumachers Komazustand? War er genauso wichtig wie die Lage der Welt? Und welche Bedeutung hatte dann die Lage der Welt? Für mich? Für mein Leben?
Ich bin kein Rebell. Ich stelle mich nicht in Opposition. Ich habe überhaupt nicht die ZEIT, mich mit deren piefigen Kram zu befassen. Ich bin am Abschnappen, weil ich TAG FÜR TAG ARBEITEN MUSS. Verdammt nochmal, und ich geh sogar gern arbeiten. Aber ich will es nicht ständig tun. Ich will es nicht tun, nur weil ich es muss. Und weil alle es tun. Was kann ich denn dafür, wenn die Menschen es vorziehen, ihr Leben wie einen Scheißhaufen zu gestalten? Wenn sie vierzig Stunden die Woche leiden möchten, um abends in ihre stinkigen Plattenbauten zu kriechen und im Fernsehen den Liveticker zu Michael Schumachers Komazustand zu verfolgen? WER ZUM TEUFEL IST DAS ÜBERHAUPT?

Fortsetzung folgt heute Abend. Bei den Surfpoeten, Mauersegler, 21.00 Uhr

Als der Hummerkönig unsere Stadt besuchte

„In den Stories von Bukowski ist nur deshalb dauernd Schweinkram, weil er sie an die Sex-Magazine verkaufen musste. Denk ihn dir weg, wenn er dich stört.“
Sina schüttelt den Kopf.
„Ich hab nicht gesagt, dass er mich stört. Aber es würde auch ohne gehen.“
„Absolut. Aber man muss von irgendwas leben. Fitzgerrald hat seine Stories auch zuerst so geschrieben, wie er sie gut fand. Und dann den Kram eingefügt, der von ihm erwartet wurde.“
„Und warum schreibst du soviel über Sex? Verkaufst du an den Hustler?“
Sie lehnt sich zurück und schaut aus sehr klugen Augen. Ich weiß, ich muss etwas erwidern. Ihr Respekt ist mir wichtig. Doch eine andere Angelegenheit drängt noch mehr. Meine Hände zittern unter dem Tisch, kalter Schweiß auf Nacken und Stirn: Wenn ich nicht sofort onaniere, werde ich nie mehr über Literatur diskutieren können.
„Entschuldigst du mich?“, sag ich und eile zum Klo. Bei all dem Wein, den ich intus habe, ist es schwer genug, einen hochzukriegen. Wie soll ich erst zum Orgasmus kommen? Da sitze ich nun in Stralsund, eingeladen von der Frau meines Freundes und soll in zwei Stunden lesen. Aber wie, wenn der Eiweißschock droht?
„Werter Herr, diesen Hummer werden Sie allein nicht schaffen“, hat der Kellner in dem Fischrestaurant prophezeit. Doch es bestand eine spezielle Verbindung zwischen mir und dem Tier. 1,7 Kilogramm, Augen wie ein Hund, die Scheren gefesselt mit Kabelbindern.
„Lassen Sie ihn zubereiten“, höre ich die fatalen Worte nochmal, während ich verzweifelt meine Erektion malträtiere.

Cooler als Sartre

Domluk CoverSartre musste 30 werden, um seinen ersten Roman zu vollenden. Lachhaft! Clint hat es früher geschafft. Das soll gefeiert werden!
Auf dem Pfefferberg.
In der Pool-Lounge.

Das schwere Ende von Gustav Mahlers Sarg

Release-Party mit Lesung

UND

Filmvorführung von Coke and Tarts ,
der als DVD dem Buch beiliegen wird und von der FSK als gemeingefährlich eingestuft wurde.